Entlastungsbetrag

Zuerst möchte ich kurz zusammenfassen wofür der Begriff „Entlastungsbetrag“ überhaupt steht.

Der Entlastungsbetrag steht allen Pflegebedürftigen Personen zur Verfügung und beträgt monatlich 125,00€. Der Entlastungsbetrag kann von dem genannten Personenkreis für z.b. Hilfe im Haushalt (Reinigen der Wohnung) für Fahrten zu Ärzten oder auch für die Betreuung (Gesellschaftsspiele, Vorlesen, etc…) genutzt werden.

Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00€ ist keine Barleistung, heißt er wird nicht Monatlich ausgezahlt sondern von den Pflegekassen wie ein Sparbuch verwaltet.
Kurzes Bsp.: von den 125,00€ werden in einem Monat 50,00€ verbraucht, die restlichen 75,00€ gehen mit in den nächsten Monat. Dort kommen wieder 125,00€ dazu, so dass es 200,00€ sind. Dieses Ansparprinzip setzt sich fort und am 30.06. des Folgejahres verfällt der angesparte Entlastungsbetrag.

Genau Sie haben richtig gelesen, der Entlastungsbetrag verfällt ! 

Nun werden manche bestimmt sagen, „selber Schuld, wenn man den Betrag nicht voll nutzt“ und genau hier fängt die Problematik an.
Ich beziehe mich mal auf das zweitgrößte Bundesland „Niedersachsen“ mit einer Bevölkerung von ca. 8 Millionen Menschen und davon ca. 500.000 Pflegebedürftige im Haushalt lebend.

Warum verfällt der Entlastungsbetrag ?

Die Antwort ist klar, der Entlastungsbetrag kann nur mit den Pflegekassen abgerechnet werden wenn der Leistungserbringer eine Anerkennung von Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie erhalten hat.

Also keine Privatperson ist !

Neben den zugelassenen Pflegediensten gibt es in ganz Niedersachsen nur ca. 50 weitere Anbieter die Hilfe im Haushalt anbieten. Uns sind wir mal ehrlich wer Glaubt das die Pflegedienste das abdecken können irrt sich gewaltig. Die Realität sieht ganz anders aus.

Frau M. Schmidt, alleinstehend, wohnt im Landkreis Verden und ( Name frei erfunden ) hat einen Pflegegrad seid dem 01.01.2018 erhalten. Mit Stand August hat sie bereits 1000,00€ vom Entlastungsbetrag angespart. Sie Fragt in Ihrer Region bei den Pflegediensten nach, da sie Hilfe bei der Haushaltsführung benötigt. Bei jedem Anruf erhält sie die selbe Antwort: „Tut uns leid, wir haben keine Kapazitäten frei“. Und bei den Anbietern die eine Anerkennung bekommen haben, das sind ganze 6 im Landkreis Verden, sieht es nicht viel anders aus.

Also was soll sie tun ?

Aus meiner Sicht müssen viel mehr Möglichkeiten geschaffen werden damit Menschen wie Frau Schmidt Unterstützung in der Häuslichkeit bekommen können.
Fairerweise muss ich sagen das die Regierung beriets an einem Plan arbeitet, der sich Entlastungsbudget nennt. Mehr dazu in meinem nächsten Beitrag.

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